High End 2012

So sehen die historischen Konstrukte aus. Designpreise kann man so nicht gewinnen, auch dürften die Preise für originalbestückte Western Electric Kinolautsprecher für Normalverdiener unbezahlbar sein. Doch Spaß hat es schon gemacht die Urahnen der Hochwirkungsgrad- schallwandler einmal live zu erleben. Das die Silbatone- Truppe nicht die Einzigen auf der Messe mit historischen Superlautsprechern waren, kann man einmal mehr Keith Aschenbrenner vom Auditorium 23 zuschreiben. Mit den chinesischen Repliken von Line Magnetic setzt er auf ein ähnliches Pferd, also große Lautsprechersysteme für entsprechende Verstärker.

Etwas normaler ging es dann bei Ulf Moning und seinen Dynamikks Lautsprechern zu. Ebenfalls mit einem hohem Wirkungsgrad ausgestattet entsprechen seine Lautsprecher schon eher aktuellen Gestaltungstrends, technisch moderner und preislich im unteren fünfstelligen Bereich angesiedelt wurde die Monitor-Serie dem Publikum dargeboten. Interessant auch das Moning seine Modelle optional mit einem Trinov Raumakustikprozessor anbietet. Digitale Raumentzerrungsprozessoren sind definitiv eine feine Sache. In unserem Studio arbeiten wir seit einigen Monaten begeistert mit einer vergleichbaren Lösung von Audionet, denn im DNA-Vollverstärker ist eine Raumentzerrung als fester Bestandteil integriert.

Da auch Audionet auf der High End ausstellte konnten wir uns erstmalig ein Bild von zwei seriennahen Prototypen machen. Neben einem Streamer {DNC} werden die Bochumer auch eine neue Vorstufe mit integriertem Streamer bringen.
Beide Geräte werden optimierte Bestandteile des DNA übernehmen, dem in Kürze noch ein Hard- und Softwareupdate implementiert wird, um eine Verarbeitung von 24bit/192kHz-Daten zu rea- lisieren. Grundsätzlich entwickelt sich gerade der DNA zu einer absolut höchstwertigen All-In-One Alternative. Klanglich ist jedenfalls kaum vorstellbar wie bei vergleichbarem Platzangebot die Performance noch gesteigert werden könnte. Wer nicht über extrem leistungshungrige Lautsprecher verfügt, wird wahrscheinlich schon mit dem DNA am Ziel seiner Träume angelangt sein.

Und da wir gerade in der Abteilung moderner Vollverstärker unterwegs waren, wäre noch der brandneue NAD C390 BEE zu erwähnen. Er beinhaltet zwar keine Streamingfunktion, ist aber komplett auf der Digitalebene unterwegs. Bis zu den Lautsprecherausgängen lässt sich so ein rein digitaler Signalpfad realisieren. Dank der modularen MDC-Einschübe kann der C390 um HDMI- und Phonoeingänge erweitert werden. Da der Verstärker mit reichlich DSP-Power ausgestattet ist, wundert es kaum, das die NAD Entwickler auch gleich eine digitale Raumanpassung für den oft kritischen Grundtonbereich spendiert haben. Auf eine automatische Einmessung muss der Nutzer zwar verzichten, aber die Bedienung ist so komfortabel wie einfach in der Handhabung, das man auf die Vorteile nicht mehr verzichten möchte.

Auf der linken Seite sehen Sie die optional erhältlichen MDC-Module. Das HDMI-Board erweitert den C390 um die Möglichkeit HDMI-Signale durchzuschleifen und den Stereoton entsprechend verlustfrei ohne Wandlung weiter zu verarbeiten. Das Phonoboard kann sowohl symmetrisch als auch asymmetrisch angesteuert werden.

Auf unserem Streifzug konnten wir natürlich nicht auf einen Besuch bei dem dänischen Lautsprecher-hersteller DALI verzichten. Da wir uns ohnehin gerade intensiv mit den Produkten der Dänen beschäftigen, wollten wir unbedingt die neue Epicon-Serie hören. Doch vorerst klärte der Chefentwickler Lars Worre uns über die technischen Neuerungen auf. Mit dem Schlagwort "neues Magnetmaterial" waren wir sofort hellhörig. Laut Dali reduzieren die neuen Chassisantriebe die Verzerrungen dramatisch. Ohrenfällig war jedenfalls ein herausragend musikalisches Ergebnis, für Messeverhältnis gar sensationell. Da müssen sich einige topetablierte Hochpreis-High-End Lautsprecherhersteller aber ziemlich weit hinten anstellen. Schön zu sehen und zu hören, das Innovation, eine vollendete Gestaltung und ein wirklich begeisterndes Klangerlebnis nicht immer mit höheren fünf oder gar sechsstelligen Preisschildern einhergehen müssen.

Leider blieben auf der diesjährigen Messe preisgünstige Einsteigersysteme nahezu gänzlich auf der Strecke. Gerne würden wir in diesem Umfeld mal eine kleine Rega-Kette oder vergleichbares von Cyrus, Cambridge, NAD oder anderen Herstellern hören. Aber bezahlbare Verführungen scheinen weder auf der High End noch auf der Hifi-Deluxe irgendjemanden zu interessieren.

Auffällig auch das einige vermeintliche Marktführer sich gar nicht mehr in München blicken lassen. Schade das sich Hersteller wie Accuphase, B&W oder der schottische Hersteller Linn, um nur einige zu nennen, gar nicht mehr an der europäischen Leitmesse beteiligen.

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Unsere kleine Messeberichterstattung werden wir in den nächsten Tagen weiter ergänzen.....
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Weitere Messeberichte und zahlreiche Bilder gibt es auch hier zu sehen:
i-fidelity.net | High-End-2012
http://www.holgerbarske.com/
http://www.fidelity-magazin.de/reportagen/high-end-muenchen-2012/