High End 2013 [1]

<b>High End 2013</b></br>Musikalische Begrüßung am Haupteingang...Auch in diesem Jahr haben sich zahlreiche Vertriebe und Hersteller wieder auf den Weg nach München gemacht um Ihre Kreationen dem geneigten Publikum vorzustellen. Das die High End neben der CES zum wichtigsten Jahresevent der Branche zählt ist auch keine Geheimnis mehr. Nahezu alle wichtigen Hersteller nutzen die Messeplattform im Münchener M.O.C. um Ihre Kontakte zu pflegen. Die High End Society als Messeveranstalter verzeichnete eine Zuwachs auf insgesamt 363 Aussteller aus 35 Ländern und 16159 Besucher. Natürlich können diese nackten Zahlen keinen persönlichen Eindruck ersetzen und bezüglich der klanglichen Performance gehen selbst die Meinungen der Profis mitunter recht weit auseinander. Dieser Messerückblick erhebt natürlich nicht den Anspruch auf vollständigkeit!
<b>Dynaudio Weltpremiere Excite New</b></br>Die Excite Serie mit liebevoller Detailpflege...
Mein erster Besuch galt der vollmundig angekündigten Dynaudio Weltpremiere. Leider handelte es sich lediglich um die überarbeitete Excite-Serie. Gut gemacht, keine Frage, endlich gehören die altbackenen Kunststoffnöpsis zur Befestigung der Lautsprecherblende der Vergangenheit an. Auch die Ausleger zur Aufnahme der Bodenspikes unterstreichen den gesteigerten Gestaltungsanspruch. Deutlich wertiger stellen sich nun auch die Holzoberflächen dar. Die ehemals vorgesetzte Schallwand im einheitlichen grau wird jetzt wie die lackierten Modelle im Korpuslook ausgeführt. Bezüglich der klanglichen Neuabstimmung konnte ich mir unter den Messebedingungen keine ernstes Urteil bilden. Insgesamt kann man die ab Herbst 2013 verfügbare "New Excite-Serie" aber als sehr gelungene Überarbeitung verbuchen.

<b>NAD Digital Classic Line</b></br>Digitale Audiokomponenten im modernen Gewand.</br>Geheimtip der kommenden Saison... Ebenfalls bei Dynaudio gab es frische Elektronikkomponenten von NAD zu sehen und zu hören. Die DIGITAL CLASSIC LINE getaufte Produktserie vereint modernes Design mit einer rein digitalen Signalverarbeitung [DDFA - Direct Digital Feedback Amplifier] wie sie schon bei den erfolgreichen Verstärker-Modellen DD390 und M2 zum Einsatz kommen. Neben einem Vollverstärker [D 3020], einem Music-Streaming-Receiver [D 7050] wird auch ein leistungsfähiger D/A-Wandler zum Programm gehören. Bei der Preisgestaltung ist mit Beträgen zwischen € 499,00 und € 1.000,00 zu rechnen. Insgesamt macht das Konzept einen sehr gelungenen Eindruck und wenn die klanglichen Eigenschaften ansatzweise die Gene des DD 390 geerbt haben, steht NAD ein großer Wurf bevor...

<b>T+A Amp 8</b></br>Klangstarke Verstärkerergänzung zum </br>überragenden DAC 8 D/A-Wandler...Im Raum nebenan gab es gleich die Neuheiten der in Herford ansässigen Hifi-Schmiede T+A zu besichtigen. Rechts im Bild ist die passende Endstufe zum überragenden D/A-Wandler DAC 8 zu sehen. Der Amp 8 ist genau so wie der DAC 8 komplett aus Aluminium gefertigt. Bodenplatte und Deckel werden aus 6 mm starken, massiven Aluminiumplatten gefräst. Die Schaltungstopologie orientiert sich stark an dem Vollverstärker PA 3000 der HV-Serie. Das höhere Spannungsniveau sorgt für eine erheblich ausgewogenere Arbeitskennlinie der Eingangs- und Spannungsverstärkerstufe. Das Team um Lothar Wiemann hat sehr viel Aufwand betrieben, um die Leiterbahnführung so induktionsarm wie möglich zu gestalten und ein perfektes Impuls- und Dynamikverhalten zu erreichen. Das Netzteil ist extrem hart und belastbar ausgelegt und stellt bis zu 400 Watt mittels des streufeldarmen Ringkerntrafos zur Verfügung. Damit können auch kritische Lautsprecher mühelos betrieben werden. Die 8er-Serie wird augenscheinlich langsam zu einer bezahlbaren High End Familie ausgebaut. Das begrüßen wir uneingeschränkt! Jetzt fehlt nur noch ein adäquater Streamer respektive ein Laufwerk um alle Kombinationswünsche zu erfüllen.<b>T+A HV-Serie</b></br>Vollverstärker und Musicplayer auf  Referenzniveau... Mit einem angepeilten Preis von € 1.790,00 findet der DAC8 somit seinen kongenialen Partner. Ein weiteres Highlight sind die Geräte der neuen HV-Serie. Mit der Markteinführung vor einigen Wochen hat sich nahezu die komplette Fachpresse kollektiv überschlagen! Nun haben wir endlich wieder eine Überrefeferenz aus deutschen Landen. Der getriebene Aufwand bei der HV-Serie nötigt mir uneingeschränkten Respekt ab. Das Gehäuse ist in separate Funktionskammern unterteilt, um sowohl elektisch, elektromagnetisch sowie mechanisch eine saubere Trennung der Baugruppen zu erreichen. Links im Bild sind die oberen Kammern des Vollverstärkers und des Music Players zu erkennen. Wir hoffen in absehbarer Zeit im Rahmen einer T+A - Veranstaltung den Qualitäten der HV-Serie gemeinsam mit Ihnen ausführlich auf den Zahn fühlen zu können.

<b>KEF Kopfhörer M 500</b></br>KEF präsentiert komfortablen und klangstarken </br>Kopfhörer auf der High End 2013... Herstellerübergreifend scheinen Kopfhörer zu den großen Wachstumsthemen der Branche ausgerufen worden zu sein. Speziell Lautsprecherhersteller haben diese Gattung neuerdings für sich erkannt. Neben B&W, Focal und PSB greift jetzt auch KEF mit einem ON-EAR- und einem IN-EAR-Modell ins geschehen ein. Der rechts abgebildete ON-EAR Kopfhörer M500 zeichnet sich durch einen excellenten Tragekomfort und eine perfekte optische sowie haptische Anmutung aus. Der erste Eindruck konnte mit einem dynamisch ausgewogenen   Klang beeindrucken der genau das richtige Maß an Detailauflösung mit einer realistischen Bühnendarstellung paarte. Der M500 On-ear-Kopfhörer setzt einen 40 mm Neodym-Breitbänder mit einer hochwertigen, leichten, verkupferten Aluminium-Schwingspule (CCAW) zum ein. Der Rahmen des M500 wird ergänzt durch atmungsaktiven und schweißabweisenden Memory-Schaumstoff auf den Ohrmuscheln und dem Bügel. Ein besonderes Feature ist das clevere Scharnier: Herkömmliche Kopfhörer benötigen mindestens zwei Gelenke für Passgenauigkeit, während sich der M500 mit dem »Smart Hinge«, einem zweiaxialen Gelenk, nicht nur perfekt an jede Kopfform und -größe anpassen lässt, sondern zudem kompakt für einen sicheren Transport zusammengelegt werden kann. Mit einen angepeilten Preis von € 299,00 punktet der KEF M500 Kopfhörer neben seinem langzeittauglichen Tragekomfort vor allem mit einer erstklassigen Tonqualität.
<b>Devialet Weltpremiere</b></br>Das Sortiment der Franzosen hält einige Überraschungen bereit...<b>Devialet Weltpremiere</b></br>Devialet D-170 mit Magico Lautsprecher S1...
Auf dem Messestand des französischen Premiumherstellers Devialet wurden unter anderem die neuen "Kleinen" Vollverstärker gezeigt. Die aktualisierte Produktnomenklatur weist insgesamt vier Modelle aus. Mit den Modellen 110 und 170 bietet Devialet jetzt zwei erheblich preisgünstigere Einstiegsmodelle. Schon der Devialet 110 zum Basispreis von 4.990,00 Euro ist mit der patentierten ADH [Analog-Digital-Hybrid] Verstärkerschaltung ausgestattet. Klanglich gibt es keinen signifikanten Unterschied zum Erstlingswerk D-Premier. Lediglich bei der Ausgangsleistung [Devialet 110 - 110Watt, Devialet 170 - 170Watt pro Kanal], der Ausstattung [Streamingmodul gegen Aufpreis] und dem Gehäuse/ der Fernbedienung wurden Einsparungen vorgenommen. Der D-Premier wird in leicht überarbeiteter Ausführung zukünftig auf den Namen Devialet-240 hören. Wie den Mitarbeitern des deutschen Importeurs Audio Components zu entlocken war, wird es zum Herbst auch Soft- bzw. Hardwareupdates geben. Somit können alle Besitzer des D-Premier ihr Gerät kostenpflichtig in Frankreich aktualisieren lassen. Diese vorbildliche Maßnahme werden sicher einige Kunden zu schätzen wissen. Die Messevorführung des D-170 an dem Standlautsprecher Magico S1 gehörte ohne Zweifel zu den gelungensten Klangverführungen. Unspektakulär, aber jederzeit homogen und musikalisch spielte diese Kombination jegliche Art von Musik. Ganz großes Kino!

<b>Devialet Weltpremiere</b></br>Devialet D-170 in der Draufsicht...<b>Devialet D-170</b></br>Auch die kleinere Fernbedienung sieht schick aus...  
<b>Fine Sounds Group stellt erstmalig aus</b></br>McIntosh zeigt sein beeindruckendes Produktportfolio...<b>Sonus Faber Venere-Serie</b></br>Jetzt auch im traditionellem Holzgewand erhältlich......
Erstmalig war in diesem Jahr eine Komplett- ausstellung der italienischen FINE SOUND GROUP mit ihren Marken AUDIO RESEARCH, MC INTOSH, SONUS FABER und WADIA zu sehen. Die in Milan ansässige Finanzgruppe vereint einige Schwergewichte der High End Industrie unter ihrem Dach. Neben McIntosh [links im Bild] wartete vor allem der Premium Lautsprecherhersteller Sonus Faber mit zahlreichen Neuigkeiten auf. Erster Highlight war die Venere-Serie, die es erstmalig auch im eher traditionellem Holzgewand zu sehen gab. Es ist sich eine Frage des persönlichen Geschmacks, ich aber verbinde Lautsprecher der Marke Sonus Faber immer mit Leder und wunderschönen Holzoberflächen. Insofern kann ich den Schritt die Venere-Modelle jetzt auch im Nussbaumfurnier anzubieten nur begrüßen.

Ein ganz anderes Kaliber, auch preislich, dürfte Sonus Faber mit der brandneuen OLYMPICA - Serie anvisieren. Sie wird oberhalb der CREMONA - Modelle ganz sicher für erhebliche Aufregung sorgen. Eine erste optische Begutachtung stellt einmal mehr die unglaubliche Gestaltungskompetenz italienischer Markenhersteller heraus. Formschön, unaufgeregt und trotzdem gibt es zigfache Details zu entdecken die jedoch niemals nur nach billiger Effekthascherei aussehen. Vorerst wird die Serie aus zwei Standlautsprechern und einem Kompaktmonitor nebst passendem Stativ bestehen. Ob Sonus Faber die Olympica-Serie um entsprechende Heimkinolautsprecher ergänzen wird, bleibt abzuwarten. Preise waren auf der Messe nicht zu erfahren, mit einer Markteinführung wird zum Herbst diesen Jahres gerechnet.

<b>Sonus Faber Neuheit Olympica</b></br>Perfekte Verarbeitung und italienische Gestaltung auf höchstem Niveau... <b>Sonus Faber Neuheit Olympica</b></br>Sensationelle neue Lautsprecherserie aus Italien...  
Einen der aktuell besten separaten Digital/Analog-Wandler konnte man auf dem Stand des amerikanischen Herstellers MSB Technology erblicken. Das der Analog DAC getaufte Wandler nur den preislichen Einstieg im Sortiment der Nord-Californier darstellt, möchte man eigentlich sofort wieder vergessen - immerhin bewegt sich selbst die Eintrittskarte schon im fast fünfstelligen Bereich. Eine erste Begegnung im eher privaten Rahmen hat mich tief beeindruckt. Ich hoffe still und leise auf eine weitere Hörprobe mit diesem höchstmusikalischen Statement in Sachen digitaler Musikreproduktion!

<b>MSB Technology - Analog DAC</b></br>Den Analog DAC gibt es gegen Aufpreis </br>und mit Wartezeit auch in individuellen Farben.</br>Wichtiger ist allerdings der überragende Ton. Ein Traum!...

Auch die High End 2013 hat wieder zahlreiche Leckerbissen gezeigt. Innovation und Erneurung findet dank der Themen Streaming und immer klangstärker aufspielender digitaler Verstärkerkonzepte bei vielen Herstellern statt. Beispielhaft ist dabei die noch recht junge franzosische Audiomanufaktur Devialet. Mit eigenständigem Denken und einem genialen Verstärkerkonzept wagen Sie sich mit den neuen, preisgünstigeren Modellen jetzt auch in bezahlbarere Regionen vor. Für knapp € 5.000,00 soll der Devialet 110 den Besitzer wechseln. Und das bei einer absolut identischen Klangperformance wie dem Erstlingswerk, dem D-Premier. Lediglich an der Ausgangsleistungs und einigen optischen Ausstattungsmerkmalen wurde gespart. Wenn das mal keine schönen Zukunftsaussichten sind ...

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Weitere Messeberichte und zahlreiche Bilder gibt es auch hier zu sehen:
i-fidelity.net | High-End-2013
http://www.holgerbarske.com/